Tote Mädchen lügen nicht – was kann die Serienadaption?

Tote Mädchen lügen nicht

Am 31. März erschien auf Netflix die Serienadaption zum Bestseller „Tote Mädchen lügen nicht“ (13 Reason Why). Wir haben alle Episoden gesehen und erklären euch jetzt, warum die Serie wichtig und wirklich gut ist, aber in Deutschland unter Umständen nicht funktioniert.

Clay Jensen (Dylan Minette) ist ein ruhiger, netter Kerl, der kurz vor seinem Highschoolabschluss steht. Sein Leben wird um einiges spaßiger, als er im Kino seiner Heimatstadt anfängt zu arbeiten. Dort trifft er auf die smarte und hübsche Hannah Baker (Katherine Langford). Schnell freunden sich die beiden an. Dabei wird rasch klar, dass Clay sehr viel mehr von Hannah will. Da er aber zu schüchtern war, ihr seine Gefühle zu offenbaren, bleibt es bei einer Schwärmerei. Vor wenigen Tagen kam dann der Schock für Clay und seine Mitschüler: Hannah ist tot. Niemand weiß warum sich das junge intelligente Mädchen das Leben genommen hat. Auch unser junger Protagonist ist der Verzweiflung nahe, als er vor seinem Haus ein merkwürdiges Paket mit 7 Kassetten findet.

„Hey hier ist Hannah. Hannah Baker. […] Ich werde dir jetzt die Geschichte meines Lebens erzählen, genauer gesagt warum mein Leben ein Ende fand und wenn du diese Kassetten hörst, dann bist du einer der Gründe dafür!“

Nach dem Clay diese Worte hört ist die Verwunderung noch größer. Nach und nach erfährt er nun, was sein Kumpel Tony (Christian Navarro), das Sportsass Justin (Brandon Flynn), Cheerleaderin Jessica (Alisha Boe) und einige anderen mit Hannah zu tun hatten.  Clay und auch der Zuschauer stellt sich gleich mehrer Fragen: Warum hat Hannah getan, was sie getan hat? Was hätte Clay tun können? Sind die Geschichten auf den Bändern wahr, oder übt ein verzweifeltes Mädchen Rache aus dem Grab?

https://www.youtube.com/watch?v=m4R8wJmb45c

 

Mit seinem Roman „Tote Mädchen lügen nicht“ gelang Jay Asher ein internationaler Bestseller, der sich mehrere Monate auf der Toplist der New York Times halten konnte. Brain Yorkey macht aus diesem Bestseller nun eine Netflix Serie mit 13 Folgen. Wo andere Serien ihre Zeit zum Anlaufen brauchen, steigt das Drama gleich voll ein. Vom ersten Moment an stellt sich der Zuschauer die Fragen: Wie kam es dazu, dass sich ein junger, intelligenter Mensch selbst das Leben nahm? Wie viel ist wahr? Wer hat was getan? – So entsteht schnell ein Rätselraten, welches sich leider nicht vollständig über die gesamte Serie erstreckt, dazu kommen wir aber später noch einmal. Bis wir auflösen, was der doch eher freundlich und nett wirkende Clay mit dem Suizid von Hannah zu tun hat, entsteht ein faszinierendes, atmosphärisches und cleveres Szenario. Mit Themen wie Mobbing und Gerüchten wird hart ins Gericht gegangen und versucht aufzuzeigen, welche Auswirkungen das auf einen Menschen haben kann.

Klar soll eine Serie in erster Linie unterhalten, doch in „Tote Mädchen lügen nicht“ kommt noch der Ansatz der Aufklärung hinzu. Hier kann man der Serie zwar vorwerfen, dass diese auf Stereotypen aufbaut, doch ist das Schulbild von Sportler, Cheerleadern und Nerds nur für Deutsche ein Stereotyp?! In Deutschland ist Schulsport als so großes Event einfach nicht etabliert. In den USA sieht das anders aus. Doch die zu Grund liegenden Themen, wie Mobbing, Gerüchte und ungeschulte Lehrer, sollte man auch bei uns behandel. Um jedoch mit einem solchen Ansatz das Interesse der Zuschauer zu wecken, braucht es eine hervorstechende Hauptfigur. Der junge Dylan Minette überzeugt hier als sympathischer, zurückhaltender Protagonist. Auch die eher unbekannte Katherine Langford kann man für ihre Rolle als absoluten Volltreffer bezeichnen.

Doch habe ich an „Tote Mädchen lügen nicht“ auch einige, wenige Kritikpunkte. Ich entschuldige mich hier vorab bereits für die eher schwammige Umschreibung, dies resultiert daraus das ich nicht spoilern möchte. So gibt es in den ersten Episoden der Serie eine zusätzlich von Hannah Baker eingebaute Ebene, die den Hörer ihrer Kassetten noch tiefer in ihre Welt einbeziehen soll. Auf diese Ebene wird leider ab der 4. Episode nicht mehr näher eingegangen. Auch finde ich, dass man durch die gezeigte Gruppen-Zusammenstellung zu schnell selbst herausfindet, welche Mitschüler noch auf den Kassetten vorkommen. Dieser Kritikpunkt wird aber dadurch abgeschwächt, dass man immer noch herausfinden will, was diese Schüler mit Hannah zu tun hatten. Ich möchte hier noch einmal betonen, dass meine Kritikpunkte inklusive den folgenden, „Meckern auf hohem Niveau“ sind. Meinen letzte Anmerkung, die ich hier anbringen möchte, verschiebe ich aufgrund von Spoilern unter die Bewertung (auf die nächste Seite). Dieser Punkt stört mich wirklich nur minimal, dennoch möchte ich ihn hier mit aufführen.

Ich möchte die Serie hier wirklich jedem empfehlen. Tote Mädchen lügen nicht bringt die Tabu-Themen wie Mobbing und Suizid auf eine gute art und weiße in die Gesellschaft und schafft es so hoffentlich zum Diskutieren anzuregen.

Die erste Staffel der Serie ist seit dem 31.03.2017 auf Netflix verfügbar.

Tote Mädchen lügen nicht Bewertung

Seiten: 1 2

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